Wissenswertes

Labeldesign verliert an Niveau
Labels lose quality of design

Immer mehr setzen sich Bar- und QR-Code bei Obstaufklebern durch. Sehr Schade, denn das geht zu Lasten des Aufkleber-Erscheinungsbildes. Ausführliche Erläuterungen zur Bedeutung und Entstehung des sog. Strichcodes (aus Bar- oder Preiscode genannt) und des seit neuestem verwendeten QR-Codes sind jeweils bei Wikepedia zu finden. Mein Tauschpartner Dr. Umberto Boni, Italien, hat auf seiner Homepage zum Thema Barcode wissenschaftliche Ausführungen veröffentlicht (s. http://www.labelmania.it/)

Fruitlabel mit Strich- und QR-Code:

Label mit Strichcode Label mit QR-Code

Hier noch mal ein Beispiel für die Attraktivität und Schönheit von Fruitlabeln ohne Codes:

Frtuitlabel Stravato

Bleibt nur zu hoffen, dass sich das Blatt irgendwann mal wieder wendet.

It is a pity, but more and more only cash- and QR-codes are taken as labels on fruits. Hereafter you can see an example for the attractiveness and beauty of fruit labels without codes.


Raritäten, in den USA aufgestöbert!!!
Alte Original-Obstkisten-Aufkleber aus Kalifornien

Avenue Litographie

Bei diesen Raritäten handelt es sich um Steindrucke, also Lithos. Sie stammen aus den 20er und 30er Jahren. Die Vertriebsfirmen stellten seinerzeit diese Etiketten (Größe zwischen 20 x 30 cm und 25 x 25 cm) den Plantagenbesitzern zur Verfügung. Sie klebten sie auf die Kopfseiten ihrer hölzernen Versandkisten für Apfelsinen, Zitronen und Pampelmusen. Diese Druckerzeugnisse sind bereits damals mit handwerklichem Geschick angefertigt worden. Die meisten sind hervorragende Beispiele der Chromolithografie und wurden mit bis zu 10 Farben gedruckt, die Platten dafür mit Tangierrastern oder Folien hergestellt. Kein Wunder, dass das Whitney-Museum in New York, die Kunstbibliothek in Berlin und Sammler wie die Londoner Rothschilds diese Rarität als neuen Sammelgegenstand erkannt haben.

Bridal Veil Litographie

Das älteste Etikett stammt aus dem Jahre 1897 und hängt in der Sammlung einer Bibliothek in Kalifornien. Die meisten Motive sind aus der Zeit zwischen 1927 und 1933. In dieser Zeit wurden die Etiketten von Europäern entworfen, leider anonym, die meisten von Deutschen, Schweizern und Franzosen.



Wie kamen die Restbestände nach Deutschland?

Während der Wirtschaftskrise verloren viele Bauern ihre Plantagen, sodass die Bewirtschaftung eines Packhauses durch die lokalen Genossenschaften unrentabel wurde. Aufgrund unklarer Rechtsverhältnisse wurden diese Häuser einfach verlassen und die nicht verwendeten Etiketten lagerten im Trockenkeller, bis man sie Ende der 60er Jahre fand. Sie wurden Ende der 70er Jahre durch eine Berliner Galerie aufgekauft und für 20,-- DM vertrieben. Hier eine weitere Auswahl der damals angebotenen Exemplare:

Lithographien aus den USA


Wissenswertes zum Granny Smith
(wissenschaftl. Name: malus Domestica)

Granny Smith

Den Granny Smith haben wir wohl durch eine interessante Begebenheit vom australischen Kontinent geschenkt bekommen:

Von England aus wanderte in den 30iger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Frau Marie Ann Smith nach Australien aus, wo sie sich mit Ihrer Familie in der Nähe von Sydney niederließ.

„Oma“ (Granny) Smith hat wohl eines guten Tages von einem Markt einige Obstkisten mitgebracht, worin sich noch ein paar angefaulte tasmanische Äpfel befanden, die sie dann in der Nähe eines Gewässers oder Bachlaufes ausgeschüttet haben muss. Hier haben sich dann aus den Kernen Apfelbäume entwickelt, die weitergezüchtet worden sind.

Es handelt sich beim Granny Smith also um einem „Zufallssämling“. Erst rund 20 Jahre nach dem Tod vom MarieAnn Smith (sie starb 1870) wurde die Sorte bei einer Ausstellung unter dem Namen Granny Smith Seedling vorgestellt. Etwa Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Sorte aber erst als importierte Frucht aus Australien so richtig bekannt.


Interessantes zur Kaktusfeige
(wissenschaftl. Name: Opuntia ficus-india, französisch: Figue de barbarie, Figue d'Inde, englisch: Prickly pear, Indian figs, spanisch: Higo chumbo, Tuna, italienisch: Fico d'India, Synonyme: Kaktusbirne, Stachelfeige)

Kaktusfeige

Die Kaktusfeige gehört zur Familie der Cactaceae und wächst wie Unkraut, sorry: Wildkraut! Wie wir sicher während eines Urlaubs unter südlicher Sonne alle schon einmal gesehen haben, werden mit diesem Kaktus ganze Parzellen regelrecht „eingezäumt“ Wenn Pflanzenteile abbrechen, wurzeln sie auch relativ schnell wieder an.

Hier bei uns wird die Frucht in den Obstabteilungen als exotische Besonderheit verkauft. Jetzt der Clou: Die stark wuchernden Opuntiakakteen werden in großen Mengen mit Cochinelle-Schildläusen besetzt, um sie zum einen zu bekämpfen und zum anderen, um ein lukratives Produkt zu gewinnen, nämlich das Cochineal. Der Name stammt von den Cochenille-Schildläusen, die getrocknet etwa 10 % des scharlachroten Farbstoffes Karmin enthalten, allerdings nur die weiblichen Schildläuse. Will man die Menge von 500 g Karmin erzeugen, sind rd. 50.000 Tiere erforderlich. Karmin wird zu verschiedenen Zwecken verwendet bzw. eingesetzt so z.B. als Lebensmittelfarbe, im Kosmetikbereich, in der Pharmazie sowie in der Mikroskopiertechnik (Präparatfärbungen). Auch zum Einfärben eines italienischen Aperitifs mit dem Anfangsbuchstaben „C“ wird dieses so gewonnene Karmin verwendet.


Tomaten an Bäumen ???
Tamarillo (Cyphomandra setacea) Synonym: Baumtomate

Kaki

Die Baumtomate gehört wie die Kartoffel und die (normale) Tomate zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und wächst an einem baumartigen, immergrünen Strauch.

Die Frucht ist eiförmig (länglich oval), und wird etwas5-10 cm lang und etwa 3-5 cm dick. Die Fruchtschale ist ledrig fest, ihre Farbe geht von tief- und blutrot bis zu gelblich und orangefarbenen Tönungen.

Das Fruchtfleisch (gelb bis cremefarbig) ist im Aufbau ähnlich einer Tomate. Vom Geschmack her erinnert die Tamarillo allerdings nur leicht an Tomaten (süss-sauer bis leichtherb). Sie kann im übrigen wie eine Kiwi verzehrt werden (halbieren und auslöffeln). Die Samen können mitverzehrt werden.

T. sind ursprünglich in den Anden Südamerikas beheimatet, wahrscheinlich in Peru, Chile oder Bolivien. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden sie in ganz Südamerika, auf dem afrikanischen Kontinent, in Kalifornien und Neuseeland verbreitet. T. unterscheiden sich im wesentlichen in ihren Farbtypen, und zwar je nach Anbauland. So ist die T. aus Afrika z.B. gestreift Die in Indonesien beheimatete T. ist wesentlich kleiner und schon rötlich im unreifen Zustand. Die etwa nur wachteleigroße T. aus Portugal ähnelt der indonesischen in Geschmack und Farbe (sehr süss bei voller Reife).


Was ist eigentlich eine Mangostane?
(wissenschaftl. Name: Garcinia mangostana, französisch: Mangoustan englisch: Mangosteen spanisch: Mangostan italienisch: Mangostino, Mangostano, Synomym: Mangosten)

Mangostane

Sie hat nichts, aber auch garnichts mit der bekannteren Mangofrucht zu tun.

Die Mangostane stammt wohl ursprünglich von den Molukken oder den Sundainseln . Thailand, Malaysia und Indonesien sind Hauptproduzenten. Der Mangostane-Baum (Guttiferae) ist immergrün und kann bis zu 25 m hoch werden. Seine Rinde ist fast schwarz. Geerntet wird die Mangostane vor der vollen Ausreife. Die Schale der Frucht ist weich und kann mit den Händen leicht am „Äquator“ aufgebrochen werden Sozusagen den Hut bildet dann die eine Seite (Schale), die andere enthält das weiße Fruchtfleisch, ähnlich segmentiert wie bei Clementinen oder Mandarinen. In den Fruchtsegmenten sind längliche, schwarze Samen, die mitverzehrt werden können. Der Geschmack ist säuerlich-süß (zitronenähnlich) mit leichter Pfirsichnote. Die M. zählt zu den schmackhaftesten Früchten Asiens.


Was den nun? Kaki - Sharon - oder doch Persimon?
Diospyros kaki lautet der wissenschaftliche Name, "diospyros" griechisch auch "göttliches Feuer".

Kaktusfeige

Der zur Familie der Ebenholzgewächse gehörende Kakibaum erreicht eine Höhe von bis zu 10 m. Die klassische Kakipflanze stammt auch China, Japan und Korea. Heute sind sie in vielen südlichen Ländern exotisches Produkt. Die exotischen Früchte fallen durch eine goldgelb- bis orange Färbung auf.

Eine Kakisorte hat sich in Israel unter dem Namen Sharonfrucht, einer veredelten Kakizüchtung, durchgesetzt. Diese Frucht mit relativ dünner Schale ist schon in festerem Zustand genießbar, geschmacksmäßig geht sie in Richtung Aprikose bis Birne. Eine sehr geschmackvolle Variante der Classic-Kaki ist die Kaki Persimmon, die in Spanien (valencianisches Tal des Ribera del Xúquer) auf eine speziell weiterentwickelte Weise reift. Sie erhält dadurch eine festere Konsistenz und ist länger als andere Sorten haltbar. Bei voller Reife entwickelt sich ein Geschmack, der an Pfirsiche und Mangos erinnert. Bei mildem Mittelmeerklima gedeihen die Kakibäume hier schon seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Die Züchter der Persimmon hatten diese Ziele: Die Frucht sollte festfleischig und süss sowie möglichst ohne Gerbstoffe (also nicht adstringierend) sein. Dies gelingt bei den moderen Sorten wie Persimmon und Sharon durch Kohlendioxyd- oder Alkoholbehandlung.

Hass-Avocado (auch eine Erklärung zum Namen)
Bei weitem keine „Hass“-Liebe, denn alle Avocadosorten enthalten gesunde ungesättigte Fettsäuren, die zu einer Senkung der Blutfette beitragen und auch gegen Arteriosklerose wirken können.

Avocado

Botanisch ist die Avocado eine Obstsorte. Sie wurden schon vor 1000 Jahren in Mittelamerika angebaut. Die Azteken haben zur Namensgebung beigetragen („ahuacatl“) – viele Obstlabel enthalten auch heute noch das Wort „Aguacate“.

Die Hass-Avocado ist wohl – ähnlich wie der Granny-Smith (s. oben) eher ein Zufallsprodukt. Sie unterscheidet sich rein äußerlich schon von den grünen Avocados durch ihre dunkle, warzige Schale. Als der kalifornische Postbote Rudolf Hass Ende der 20er Jahre einen Setzling erwarb, war es wohl seine Absicht, eine neue Sorte zu züchten. Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen (ihm gefiel die Optik nicht) stand er schon mit der Säge vor seinem Avocadobaum, um die Versuche zu beenden. Sofort muss wohl Protest von seiner Familie gekommen sein, denn sie war begeistert von dem aromatisch-nussigen Geschmack der Hass-Avocado!

Rudolf Hass patentierte sein Produkt und zusammen mit einem Gärtner namens Harold Brokaw begann er mit Zucht und Verkauf der neuen Sorte.

Was sind eigentlich Cherimoya, Zimtapfel und Atemoya und welche „Rufnamen“ tragen sie noch?
Atemoya Es sind Baumfrüchte und sie zählen alle drei zu den Annonengewächsen aus der Familie „Magnolienartige“.

Optisch besteht der Unterschied in der Schale, leicht auch im Geschmack, jedoch ist die Außenhaut bei allen schuppen- oder warzenartig (ähnlich der Artischocke) mit jeweils optisch relativ gut erkennbaren Differenzen. (s. Abbildungen.). Die Atemoya ist allerdings ein Hybride (Kreuzung aus zwei Annonearten: Cherimoya und Zimtapfel. Die erste Kreuzung wurde 1908 von P. J. Wester in Miami durchgeführt.

Wie bei fast allen Früchten gibt es auch hier landesbedingte Synonyme:

Cherimoya: „Zimtapfel“, Chirimoya, Jamaikaapfel
Zimtapfel: „Cherimoya“, Schuppenannone, „Rahmapfel“, Zuckerapfel, Süssack
Atemoya: „Rahmapfel“, Vanille-Apfel.

Damit wäre das Durcheinander in der Namensgebung nahezu komplett.

Wie das Kind auch heißt, entscheidend ist letztlich doch der Geschmack, und der ist bei allen einzigartig. Er erinnert sowohl an Mangos oder Birnen, aber auch an Erdbeeren mit Schlagsahne oder Himbeeren mit einem Hauch von Zimt. Eine echte Delikatesse und für viele (noch) ein Geheimtipp! Sie sind sehr nahrhaft, da sie zu einem Viertel aus Kohlenhydraten bestehen. Sie beinhalten Vitamin B1 und B2, Vitamin C, Niazin und Traubenzucker. Daneben sind sie reich an Eisen, Calzium und Phosphor.

Vorsicht: Die Kerne sind allerdings nicht essbar, teilweise sogar giftig!